Es fehlt an Flächen, Flächen, Flächen – nun ist es auch beim Verband angekommen!

„Es herrscht ein eklatanter Mangel an Gewerbeflächen, gerade für größere Ansiedlungen“, das ist das Fazit eines Berichts des Verbands und der Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart. Was aus der Praxis der Rathäuser bereits bekannt ist, wird nun mit dieser Analyse ein weiteres Mal systematisch nachgewiesen. Die Erkenntnisse sind allerdings noch erschreckender und gravierender als erwartet.

Zu einzelnen Stichpunkten und Bereichen:

Baulücken und Potenziale im Bestand sind Erweiterungsflächen, die in einer Betrachtung en gros außer Betracht bleiben können und müssen. Diese stehen typischerweise schlicht nicht zur Verfügung, weil sie eine andere Funktion haben, nämlich die effiziente und flächensparende Vergrößerung von bestehenden Unternehmen. Da läuft übrigens nichts schief, sondern das muss genauso sein.

Stichwort Brachen: Gottlob hat die Region nur ein kleines Brachenproblem, weil wir nämlich eine starke und funktionierende Wirtschaft haben, wenn auch die Herausforderungen groß sind. Das führt dazu, dass selbst große freiwerdende Bestandsflächen die aufgrund der Transformation frei werden, sehr schnell wieder durch Unternehmen übernommen werden, so dass erst gar keine Brache entsteht. Zu meinen, dass Brachen als Ersatz für neue Gewerbegebiete in der Siedlungsentwicklung dienen können, ist die Jagd nach einer Fata Morgana oder das Verschließen der Augen vor der Realität.

Ein Check der Regionalen Gewerbeschwerpunkte auf Umsetzbarkeit und den konkreten Willen vor Ort ist auf jeden Fall sinnvoll, aber nur um die Lücke zwischen theoretisch möglicher Flächen (diejenigen in den Planwerken) und den praktisch umsetzbaren zu verkleinern. Damit wird nur dokumentiert, dass das Problem auch planerisch besteht – aber es löst das Problem selbstverständlich nicht in der Praxis.

Die Lösung des Problems ist mühsam. Die letzten Teiländerungen zur Realisierung von Gewerbegebieten waren genau das, was im Bericht gefordert wird, siehe Rosenloh, siehe Mundelsheim. Hier müssen wir weiter ansetzen. Das Prinzip des abnehmenden Grenznutzens gilt aber halt auch für Gewerbegebiete. Wenn früher kommunale Mandatsträger wegen und für die Entwicklung von Gewerbegebieten gewählt werden, dann heute trotzdem oder anders gesagt, eher wenn sie dagegen sind. Das ändert sich nur, wenn die Städte und Gemeinden auch wieder mehr darauf angewiesen sind, wegen Arbeitsplätzen und höherer Steuerkraft Ansiedlungen voranzutreiben. Hinsichtlich der Steuerkraft gilt das übrigens auch für die Finanzierungsbasis der Region.

Insofern bleibt es zu hoffen, dass die positiven Beispiele mehr werden und Entwicklungen an Fahrt aufnehmen. Wir können meist regional nur eine gewisses Maß an Unterstützung leisten, manchmal auch mehr. Richtig ist es auch, regional nahe draufzuschauen, um einem Mangel in Teilräumen möglichst entgegenzuwirken.

Die regionalen Möglichkeiten, Anreize zur Ausweisung von Gewerbegieten zu schaffen, sollten einerseits regelmäßig auf Wirksamkeit untersucht werden, andererseits in ihrer Wirkung aber auch nicht überschätzt werden. Wir sind gespannt auf den weiteren Bericht dazu im Herbst.

Eines ist sicher – außerhalb der Region gibt es jede Menge unmittelbar zur Verfügung stehende Flächen. Das ist verlockend für Unternehmen. Hierzu bitten wir den Blick zu schärfen, weil das ein klares Indiz dafür ist, welches wirtschaftliche Potenzial tatsächlich und belegbar bei uns vor Ort fehlt. Das können wir uns nicht leisten.

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