Die S1 nach Weilheim an der Teck muss Fahrt aufnehmen. Antrag gestellt!
In der Sitzung des Verkehrsausschusses am 16.07.2025 werden wichtige Weichen für die Ausbaupläne des S-Bahnnetzes in der Region gestellt. Die S1 nach Weilheim an der Teck hat dabei nicht die Priorität, die wir Freien Wähler uns wünschen. Gerade im Hinblick auf die – auch mit Unterstützung des Verbands – angestrebte Ansiedlung von Cellcentric und zur Verbesserung des ÖPNVs in dieser Raumschaft ist es wichtig, ein Signal zu geben, das es mit der S1 vorangeht.
Das sagt Weilheims Bürgermeister und Regionalrat Johannes Züfle: „Die S1 soll im künftigen Ausbauprogramm der Region den Stellenwert bekommen, den sie verdient. Wir brauchen einen leistungsfähgen ÖPNV in unserer Raumschaft und noch nie waren die Fördermöglichkeiten so gut wie jetzt. Hoffentlich ziehen die anderen Fraktionen mit. Das wäre ein wichtiges Signal an die Raumschaft und an Cellcentric sowie den gesamten Wirtschaftsstandort Weilheim/Kirchheim!“
Daher haben wir beantragt, unseren Antrag in der Sitzung des Verkehrsausschusses am 16.07.2025 zu beraten und zu beschließen, damit die Beschlussfassung entsprechend modifiziert wird.
Hier der Antrag in vollem Wortlaut:
Wir beantragen, den Beschlussvorschlag der Vorlage VA-070/2025 wie folgt zu ändern/ergänzen:
Neue Ziffer 3: „Die S1-Verlängerung von Kirchheim unter Teck nach Weilheim an der Teck wird mit hoher Priorität zügig weiter geplant.“
Die bisherige Beschlussziffer 3 wird zu Ziffer 4.
Neue Ziffer 5: „Die Geschäftsstelle berichtet im Verkehrsausschuss, über die Gespräche zur Verlängerung der S1 nach Weilheim an der Teck mit den weiteren Projektbeteiligten und stellt einen Zeitplan für den weiteren Planungsprozess vor.“
Begründung:
Die Vorlage VA-070/2025 wird als „aktueller Sachstand“ bezeichnet, wie ursprünglich auch beantragt. Sie geht allerdings weit darüber hinaus. Sie berichtet nicht nur, sondern mit ihr wird das weitere Ausbauprogramm beschlossen, das auch der Ausschreibung des neuen S-Bahn-Vertrages zu Grunde liegen wird.
Wir Freien Wähler sehen dabei die S1-Verlängerung nach Weilheim an der Teck nicht ausreichend priorisiert. Dies soll mit der beantragten geänderten Beschlussfassung – auch als wichtiges Zeichen für den Wirtschaftsraum Kirchheim und Weilheim – erreicht werden.
Schon am 6. März 2023 haben das Verkehrswissenschaftliche Institut Stuttgart (VWI) und die DB-Engineering & Consulting (DB E&C) eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung von Nebenbahnen vorgestellt. Die Schienenverbindung von Kirchheim unter Teck nach Weilheim an der Teck erhielt dabei von allen fünf untersuchten Varianten das beste Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKI) von 1,47 und lag deutlich über dem Schwellenwert von 1,0. Trotzdem wurde anschließend eine Durchbindung der S-Bahn von Kirchheim über Weilheim und Bad Boll nach Göppingen weiter untersucht.
Außerdem hat die Geschäftsstelle im Verkehrsausschuss am 15. März 2023 empfohlen „um für den Korridor Kirchheim – Weilheim die vorzugswürdigste Lösung vorsehen zu können“, weitere Betrachtungen zur Kleinen Teckbahn und zu Stukix abzuwarten. Weiter wurde empfohlen, die Untervariante Oberlenningen – Weilheim unter Einbindung des Landkreises Esslingen als Träger des Busverkehrs vertiefend zu betrachten und den Prüfkorridor für die RELEX-Busse nochmals zu prüfen.
Wie erwartet, konnte keine der genannten Sensitivitätsbetrachtungen den NKI für die Tangentiale Kirchheim – Göppingen über die Schwelle von 1,0 heben. Folgerichtig hat der Verkehrsausschuss am 20. März 2024 entschieden die durchgebundene Schienenvariante zwischen Kirchheim und Göppingen nicht mehr weiterzuverfolgen.
Am 26. Juni 2024 wurde im Rahmen der Untersuchung der Kleinen Teckbahn (Kirchheim – Oberlenningen) ein Stufen-Konzept (Elektrifizierung Kleine Teckbahn; Verlängerung S1 nach Weilheim; Zugteilung in Kirchheim) vorgestellt. Die Geschäftsstelle wurde beauftragt, dieses Stufenkonzept mit dem Landkreis Esslingen und den Anliegerkommunen sowie mit DB Regio und DB InfraGo abzustimmen.
Am 17. September 2024 befasste sich der Verkehrsausschuss im Zuge der Beratungen über Qualitätsverbesserung bei der Kleinen Teckbahn erneut mit dem Drei-Stufen-Modell. Lediglich Stufe 3 (Zugteilung in Kirchheim) wurde mit dem Zusatz „Umsetzung der Stufe kann nur bei einer Verbesserung der Betriebsqualität S1 empfohlen werden“ versehen.
Fazit:
Alle Untersuchungen der S1-Verlängerung nach Weilheim an der Teck haben ergeben, dass diese ein deutlich positives Kosten-Nutzen-Verhältnis hat. Bei der Maßnahme handelt es sich um die Reaktivierung einer alten Eisenbahnstrecke.
Deshalb besteht die gute Chance auf eine außerordentlich hohe Bundesförderung von bis zu 90%, die in einigen Jahren vermutlich nicht mehr gewährt wird. In der Raumschaft gibt es eine gültige Mitfinanzierungsvereinbarung für die Verlängerung der Kleinen Teckbahn bis Oberlenningen sowie eine Grundsatzeinigung für die Verlängerung der S-Bahn nach Weilheim an der Teck.
Zusätzliche Bedeutung hat diese Strecke für den regionalbedeutsamen Gewerbeschwerpunkt „Rosenloh“ mit dem Ansiedlungsprojekt „Klimawerk (Brennstoffzellen-Produktion)“ von cellcentric, dessen Erschließung begonnen hat.
Den Antrag können Sie auch hier herunterladen: 2025.07.15. Antrag Freie Wähler S1 nach Weilheim priorisieren













