Fahrplankonferenz, Neckarschleusen – Themen im Verkehrsausschuss – das sagen wir dazu!
Die Tagesordnung im Verkehrsausschuss war inhaltsreich und es wurden – im wahrsten Sinne des Wortes – einige wichtige Weichen gestellt.
Die nächste Fahrplankonferenz weist einige Besonderheiten auf, weil es darum geht, S21 und den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof in Betrieb zu nehmen. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass es mehr ist, als einen Schalter umzulegen, sondern dass es darum geht, ein Großprojekt in ein komplexes System einzubinden. Unser Sprecher im Verkehrsausschuss, der Plochinger Bürgermeister Frank Buß, führte dazu aus: „Beim Blick auf die Themen der Fahrplankonferenz kann man sich nur mit den Worten meines Amtsvorgängers, Eugen Beck, trösten: „Nichts ist so schlecht, dass es doch nicht etwas Gutes hätte“. Der Bericht zur Fahrplankonferenz zeigt deutlich die massiven Beeinträchtigungen zulasten der Fahrgäste durch die anstehenden Baumaßnahmen auf. Dazu gehören die Einbindung des Durchgangsbahnhofs, die Umsetzung und der Bau des Digitalen Knotens Stufen 1 bis 3 sowie allgemeine Sanierungen des oft maroden Schienennetzes und die Stammstreckensperrung. Hinzukommen die zusätzlichen allgemeinen Verzögerungen bei diesen Baustellen und vor allem die zahlreichen nicht vorhersehbaren und ungeplanten Reparaturen.
Es bestätigt sich zum wiederholten Mal, dass wir vor leicht chaotischen Zeiten stehen und offensichtlich niemand zu einer Gesamtkoordination in der Lage ist. Der Verkehrsausschuss wird alles tun, was in seiner Macht steht, um die Interessen der Fahrgäste irgendwie zu wahren. Die Sitzungsvorlage der Verbandsverwaltung und die Beratungen der letzten Monate dokumentieren allenfalls die Ohnmacht der Regionalversammlung. Wir können die Probleme zwar benennen, jedoch nicht lösen, was auch für uns überaus frustrierend ist. Gefordert sind DB InfraGO und die DSU, mit einem erstklassigen Baustellenmanagement und mit einer transparenten und aktiven Informationspolitik, fahrgastfreundlich zu agieren. Diese Erkenntnis ist nicht neu und im VA nicht strittig, was per se schon mal positiv ist. Positiv ist auch, dass endlich die Finanzmittel für den DKS3 freigegeben sind. Nun hat auch dieses Projekt eine entscheidende Hürde genommen hat. Die Erfahrungen von DKS1 zeigen jedoch, dass auch die Einrichtung dieser neuen Technik noch zu erheblichen betrieblichen Schwierigkeiten und zu spürbaren Belastungen der Fahrgäste führen wird, deutlich über 2027 hinaus.
Zu Belastungen werden auch der Neubau des Pfaffensteigtunnels oder die Sanierung der Strecke Stuttgart – Ulm führen. Auch hier werden wir noch viele Jahre mit Beeinträchtigungen leben müssen. Unsere Aufgabe als Interessensvertreter der Fahrgäste endet also nicht mit der kompletten Inbetriebnahme des Fernbahnhofs und hierauf müssen wir die Menschen in der Region vorbereiten.
Begrüßenswert ist auch die stufenweise Einbindung der S-Bahn in den neuen Bahnhof bzw. die längere Nutzung des Kopfbahnhofs, um den S-Bahn- und Regionalverkehr zu stabilisieren. Eine gute Abstimmung zwischen DB InfraGo und der DSU mit den EVUs wie der S-Bahn Stuttgart setzen wir voraus.“
Zum anstehenden Faktencheck zu den Neckarschleusen sagte unser Sprecher BM Buß: „Es wird Zeit, dass es bei diesem Thema endlich weitergeht. Als Plochinger Schultes mit eigenem Neckarhafen weiß ich, woran die Schifffahrt leidet. Mit dem Schleusenausbau können wir es schaffen, die Binnenschiffahrt als wettbewerbsfähigen Transportkanal zu erhalten. Der Faktencheck ist ein Baustein und ein wichtiges Signal gen Berlin, dass der Bund endlich zu seinem Wort steht, die Neckarschleusen zu verlängern und damit den Neckar für Schiffe befahrbar macht, die heute aufgrund der begrenzten Länge nicht bis Plochingen kommen. Damit könnten Straßen entlastet und die Umwelt geschützt werden.“
Zum weiteren Verfahren führte BM Buß aus: „Der anstehende Faktencheck ist zu begrüßen. Er allein hilft allerdings nicht weiter. Die Botschaft muss dort gehört werden, wo entschieden wird – in Berlin im Verkehrsministerium. Es wird Zeit, dass den vielen Worten endlich Taten folgen.“













