Nun ist die neue S-Bahn auf dem richtigen Gleis… unsere Arbeit zeigt Wirkung

Die Panoramabahn gehört zu den landschaftlich reizvollsten und zu den am schlechtesten unterhaltenen Streckenabschnitten im Stuttgarter Schienennetz. Die Bahn hat sie in den vergangenen Jahren nicht mehr fit für die Zukunft gemacht, da sie sie aufgeben will. Macht es dann Sinn, dass der Verband in die Bresche springt und sie zu einer Strecke im S-Bahn-Netz macht? Die für Juristen typische Antwort „es kommt darauf an“, passt hier recht gut. Nicht passen würde, dass der Verband die Strecke übernimmt und dann zu einem Schienenbetriebsunternehmen würde. Das können andere besser. Nicht passen würde es auch, wenn die Panoramabahn unter anderen Präsmissen zu einer S-Bahn-Strecke würde, wie andere S-Bahnen im Verbandsgebiet. Das haben wir bei allen Beratungen immer wieder gefordert – und es zeigt sich, dass unsere Argumente gehört wurden und Erfolg haben. Die in der Regionalversammlung am 25.03.2026 beschlossene Vorlage trägt in vielen Bereichen unsere Handschrift. Die Panormabahn wird von der SWSG übernommen, Stuttgart und der Landkreis Ludwigsburg beteiligen sich an den Kosten und sichern die Planungen für Haltestellen zu… also alles so, wie bei anderen Ausbauvorhaben auch. Daher haben wir Freien Wähler zugestimmt, weil es nun passt und die S-Bahn richtig auf der Schiene ist. Das brachte auch unser Sprecher im Verkehrsausschuss, Regionalrat und Bürgermeister Frank Buß, zum Ausdruck:

„Wir Freie Wähler haben uns wiederholt zum Ausbau der S-Bahn als wichtigen Baustein zur Verkehrswende bekannt. Deshalb sind wir grundsätzlich bereit, uns für eine S-Bahn-Lösung auf der Panoramabahn zu öffnen.

Als kommunal verankerte Fraktion sind wir kompromisslos gegen finanzielle Abenteuer zulasten der Landkreise und Kommunen. Deshalb müssen für eine S-Bahn von Heimerdingen nach Stuttgart-Vaihingen die Rahmenbedingungen stimmen und – mit Blick auf die Kosten-Nutzen-Bewertung – die Annahmen für die Untersuchungen bestmöglich valide sein.

Hierzu haben wir für den Verkehrsausschuss am 19. November 2025 einen Antrag mit dem Ziel gestellt, die Ausgangslage klarer zu definieren. Konkret ging es uns um folgende Punkte:

  1. Der VRS schließt aus, ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen zu werden
  2. Die Landeshauptstadt Stuttgart sagt zu, dass sie für den Bau der S-Bahn-Stationen das erforderliche Planungsrecht schafft und für die erforderlichen Anbindungen sorgt
  3. Stuttgart, der Landkreis Ludwigsburg und die Anliegerkommunen sagen eine entsprechende Mitfinanzierung zu

Heute stelle ich fest, dass hinter diese Punkte ein Haken gesetzt werden kann.

Ausdrücklich begrüßen wir, dass die SWEG Schienenwege GmbH des Landes als Eisenbahninfrastrukturunternehmen Grundstücke und Infrastruktur übernimmt und das Land über das GVFG hinaus eine 50%-Förderung in Aussicht stellt. Wir vertrauen darauf, dass die Aussagen im Wahlprogramm der Grünen zum Nahverkehrsdreieck und zur Panoramabahn im Koalitionsvertrag fixiert werden. Dies ist für unsere Zustimmung entscheidend.

Wir begrüßen die vertraglichen Zusagen der LHS, das Konzept des Nahverkehrsdreiecks bei ihren städtebaulichen Planungen angemessen zu berücksichtigen und zur Mitfinanzierung bei den Stationen und der begleitenden Infrastruktur.

Sollte das Projekt realisiert werden – was wir hoffen – haben alle Beteiligten die Regelungen der kommunalen Mitfinanzierung anerkannt. Hervorheben möchte ich ausdrücklich die Finanzierungszusage des ZV Strohgäubahn. Positiv bewerten wir die Überlegungen für das Nahverkehrsdreieck, das in der Zukunft zusätzliche Optionen bietet und verkehrliche Beeinträchtigungen bei Problemen auf der Stammstrecke lindern kann.

Das Sprichwort „Nichts ist so schlecht, dass es nicht noch etwas Gutes hat“ bewahrheitet sich auch im Hinblick auf die verschobene Eröffnung von S21. Die Verschiebung der Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs verschafft uns bei der Panoramabahn einige Jahre Luft. Diese Zeit müssen wir nutzen und dazu stehen auch wir Freien Wähler, weil nun die für alle S-Bahn-Nebauten im Verbandsgebiet geltenden Grundsätze zur Mit-Finanzierung eingehalten sind. Das war uns wichtig. Das ist nun so und das begrüßen wir.

Ausdrücklich loben möchte ich auch, dass die Geschäftsstelle dieses S-Bahn-Projekt engagiert und mit großer Dynamik vorantreibt. Dieses Engagement und diese Dynamik vermissen wir jedoch bei anderen S-Bahn-Projekten:

  • Die Anbindung des Landkreises Göppingen bis Geislingen ist ein wichtiges Ziel dieser Regionalversammlung. Der Verkehrsausschuss hat in seiner Sitzung am 16. Juli 2025 beschlossen, die Linie Schwabstraße bis Süßen in die Ausschreibung des S-Bahnvertrags einzubeziehen. Wir haben im Rahmen der Haushaltberatungen einen Bericht zur Planung und den Gesprächen mit den Landkreisen und den Kommunen beantragt – wir würden uns über einen zeitnahen Bericht freuen.
  • Zur S-Bahn nach Weilheim haben wir ebenso im Oktober 2025 einen Sachstandsbericht beantragt, nachdem der Verkehrsausschuss bereits am 26. Juni 2024 die Verbandsverwaltung mit Gesprächen mit dem Landkreis Esslingen und den Anliegerkommunen beauftragt hat. Dieses Gespräch wurde bis heute nicht geführt!
    Ich bin Herrn Verkehrsminister Winfried Hermann sehr dankbar, dass er sich bei einer Veranstaltung in Weilheim nochmals ausdrücklich für diese S-Bahn-Verlängerung ausgesprochen und auf die exzellente Förderkulisse verwiesen hat, die wir für die S-Bahn nach Heimerdingen nutzen und wollen, dass wir sie auch hier verwenden. Daher sehen wir die Aussage der Verbandsverwaltung kritisch, dass erst die Entwicklung nach der Inbetriebnahme von S21 abgewartet werden soll. Angesichts der Zeitschiene beim Digitalen Knoten Stuttgart würde dies einen Planungsstopp bis ca. 2035 bedeuten. Dies ist für uns nicht akzeptabel.
  • Und auch bei der Verlängerung der S-Bahn nach Vaihingen (Enz) ist die Verbandverwaltung mit Gesprächen beauftragt. Auch hier gibt es nichts Neues.

Deshalb möchten wir die Verbandsverwaltung bestärken, diese Themen auch engagiert und dynamisch voranzutreiben, so, wie wir unsere Verwaltung kennen und schätzen.

Wir werden den Beschussanträgen zur Rahmenvereinbarung der S-Bahn von Heimerdingen nach Stuttgart-Vaihingen zustimmen. Mit großem Interesse sehen wir den Ergebnissen der weiteren Untersuchung entgegen.“

 

 

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