Wirtschaftsförderung als kommunale Gemeinschaftsaufgabe

Die Region Stuttgart ist geprägt von erfolgreichen mittelständischen Betrieben und von Industrieunternehmen mit internationaler Bedeutung. Damit zählt Stuttgart zu den stärksten Wirtschaftsregionen Europas. Die Wirtschaftskrise 2008/2009 hat uns aber gezeigt, dass die Arbeitsplätze und damit unser Wohlstand keine Selbstverständlichkeit sind. Deshalb sind neben Bund und Land alle kommunalen Ebenen zu gemeinsamen Anstrengungen in der Wirtschaftsförderung aufgerufen.

 Es ist Aufgabe der Regionalplanung, den Unternehmen ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten anzubieten. Wir Freien Wähler weisen seit Jahren darauf hin, dass Wirtschaftsunternehmen oft sehr kurzfristig reagieren müssen, wenn es um die Schaffung von Kapazitäten geht. Sie können häufig nicht warten, bis in jahrelangen Verfahren neue Gewerbeflächen geschaffen werden. Daher müssen im Regionalplan und in den kommunalen Flächennutzungsplänen ausreichend Flächen bereitgestellt und auch erschlossen werden. Im Norden von Stuttgart hat die Region viel zu lange gewartet, bis sie die Blockade des auf Eis liegenden Gewerbeschwerpunkts Pleidelsheim/Murr aufgelöst hat. Jetzt strebt man Flächenausweisungen an mehreren dezentralen Standorten an.

Eine erfolgreiche Wirtschaft ist auf gute Fachkräfte angewiesen. Ohne Zuzug von außen können diese in der Region Stuttgart nicht in genügender Zahl gewonnen werden. Voraussetzung dafür ist u.a. dass Bauland und Wohnraum zu wirtschaftlich tragbaren Konditionen zur Verfügung stehen. Die Regionalfraktion Freie Wähler tritt dafür ein, dass dafür den Städten und Gemeinden mehr Spielraum gegeben wird. Die gegenwärtigen Restriktionen durch den Verband Region Stuttgart werden zu Recht von vielen Städten und Gemeinden kritisiert.

Die Folgen sind steigende Baulandpreise und hohe Mieten, vor allem in den wirtschaftsstarken Räumen. Es kann nicht im Interesse der Region Stuttgart liegen,  dass sowohl ansiedlungswillige Firmen als auch Wohnungssuchende in benachbarte Regionen ausweichen. Auch dem Gedanken des sparsamen Flächenverbrauchs wird dadurch keineswegs Rechnung getragen. Vergleiche mit den Regionen Neckar-Alb und Heilbronn-Franken zeigen, dass dort der spezifische Flächenverbrauch deutlich höher ist.

Die Dynamik in der Region Stuttgart lässt nach

Der Verlust an Arbeitsplätzen im produzierenden Gewerbe nach der wirtschaftlichen Talfahrt ist durch den Zuwachs im Dienstleistungsbereich noch nicht ausgeglichen worden. Die Zunahme an Arbeitsplätzen ist besonders im Raum Heilbronn-Franken deutlich dynamischer. Der Raum Stuttgart darf sich nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen, sondern muss sich aktiver um die Belange der Wirtschaft kümmern.

Die Wirtschaftsregion Stuttgart (WRS) vermarktet unseren Raum national und international durchaus erfolgreich. Verstärkt werden muss noch die Zusammenarbeit mit den Landkreisen und Gemeinden.

 

 


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