Verband Region Stuttgart fördert vier Projekte mit über 300.000 Euro – Freie Wähler begleiten Förderprogramm noch mit Skepsis – Ausbau der Breitbandversorgung wird aktiv begleitet

Zum zweiten Mal hat der Verband Region Stuttgart Fördergeld für interkommunale Projekte im Bereich Wirtschaftsförderung und Tourismus vergeben. Der Wirtschaftsausschuss hat einstimmig beschlossen, mit über 300.000 Euro folgende vier Projekte zu unterstützen: „Qualitätsinitiative Wandern – Zertifizierung von Premiumwanderwegen im Remstal und im Schwäbischen Wald“ (insgesamt 49.000 Euro); „Interkommunale Streuobstwiesenkonzeption Schwäbisches Mostviertel“ (insgesamt 79.563 Euro), „Erlebnis- und Genusszentrum für traditionsreiche Sorten im Freilichtmuseum Beuren“ (insgesamt 90.000 Euro) sowie die Entwicklung neuer Bilderwelten fürs Tourismusmarketing der Region (85.000 Euro).

Das Interesse an Projektgeldern war hoch.  Insgesamt hat es zwanzig Projekt-Kontakte geben, aus denen acht Förderanträge formuliert wurden. Mit dem Programm sollen wichtige Impulse für Beispielgebendes, für interkommunale Kooperationen, aber auch für die Stärkung einzelner Teilräume gesetzt werden.

Qualifiziertes Wandern, Streuobst-Produkte und neue Bilderwelten

Und worum geht’s konkret? Im Remstal und im Schwäbischen Wald wollen Landratsamt, Tourismusvereine sowie Städte und Gemeinden mit weiteren Partnern einen „Premiumwanderweg“ schaffen, um neue Wander- und Übernachtungsgäste anzulocken. Mit einer Machbarkeitsstudie, einer Dachmarke sowie der Vermarktung möchte man sich, im überregionalen Tourismus positionieren. „Schutz durch Nutzung“ sowie Vermarktung stehen beim interkommunalen Streuobstwiesenkonzept Schwäbisches Mostviertel im Mittelpunkt. Dieses wurde von Allmersbach im Tal, Aspach, Auenwald, Backnang und Weissach im Tal angeschoben, um „neue, innovative und hochwertige Produkte sowie Dienstleistungen“ rund ums Thema Streuobst zu schaffen.

Das Freilichtmuseum Beuren möchte mit zahlreichen Partnern an einem Strang ziehen, um ein „Erlebnis- und Genusszentrum“ aufzubauen. Damit will sich das ländliche Freilichtmuseum als regionale Plattform für traditionsreiche Lebensmittel etablieren. Und last, not least unterstützt der Verband die Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH bei einem professionellen und regionsweit einheitlichen Fotoshooting. Ziel ist es, ansprechende Kampagnen- und Image-Bilder von Städten, Gemeinden und Landschaftsräumen zu bekommen, die allen Partnern über eine Bilddatenbank zur Verfügung gestellt werden.

„Die Themen sind gut“, sagte Gerd Maisch (Freie Wähler) und hofft, dass auch die angestrebte Wirkung erzielt wird. Aus Sicht der Regionalfraktion ist das Förderprogramm noch in der „Probephase“. Die anfängliche Skepsis, dass es Mitnahmeeffekte geben könnte und dass erneut Gelder von allen Regionskommunen eingesammelt und an wenige verteilt werden, ist noch nicht völlig ausgeräumt. Maisch wies darauf hin, dass insbesondere die Einrichtung einer neuen Tourist Info am Flughafen auch ohne ein solches Förderprogramm möglich gewesen wäre.

Gefördert werden:

Das im letzten Jahr geschaffene Förderprogramm ist bis 2017 befristet und jährlich mit 350.000 Euro dotiert. Die Förderrunde 2016 wird bereits Ende dieses Jahres eingeläutet. Im nächsten Jahr werden 300.000 Euro vergeben. Projektanträge können voraussichtlich bis Ende Mai 2016 eingereicht werden.

Breitbandversorgung

die Kursänderung der Landesregierung rückt die Verantwortung der Landkreise für den dringend erforderlichen Ausbau der Breitbandversorgung, besonders in Gewerbegebieten, stärker in den Vordergrund. Für die Regionalfraktion Freie Wähler stellte deren Sprecher Gerd Maisch fest: “ Leider kann die Region nicht wie geplant den Förderantrag stellen, weil die Landkreise direkt eine höhere Förderung bekommen.“

Maisch hinterfragte, was dann noch die Rolle der Region sei, wenn nach dem Förderprogramm des Landes die Landkreise besser gestellt werden, also dort die Aufgabenerfüllung gesehen wird.Die Region wird die Koordination und auf die gute Berücksichtigung der Schnittstellen zwischen den Landkreisen achten, erklärte die Verwaltung.

Auf Frage von Gerd Maisch gab die Verwaltung weiter bekannt , dass die von der Fraktion von Anfang an für wenig sinnvoll gehaltenen Beratungsgutscheine nicht mehr ausgegeben werden, sondern im Rahmen dieser Maßnahme die Breitbandversorgung verbessert werden soll.


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