Straßen und ÖPNV stoßen an ihre Grenzen – Freie Wähler begrüßen Aktivitäten der Wirtschaftsregion Stuttgart

Die Schattenseiten unserer wirtschaftsstarken Region sind ein überdurchschnittliches Verkehrsaufkommen und damit verbunden Lärm, Staus und hohe Schadstoffbelastungen. Das Straßennetz ist wegen fehlender Umfahrungsmöglichkeiten, vor allem in der Landeshauptstadt, in Spitzenzeiten des Berufsverkehrs völlig überlastet. Eine erwünschte stärkere Verlagerung auf den ÖPNV stößt auch dort auf Kapazitätsgrenzen. Dies ist letztlich auch der Grund, weshalb trotz eines insgesamt guten Angebots noch immer rd. 55 % des Verkehrsaufkommens auf der Straße abgewickelt werden. Da dies Lebenswirklichkeit ist und der ÖPNV auch bei größten Anstrengungen keine spürbare Entlastung schaffen kann, fordern die Freien Wähler seit Jahren wirksame Umfahrungsstraßen. Als Beispiele seien genannt der mehrspurige Nordostring und die Filderauffahrt.

Da diese Maßnahmen bei aller Dringlichkeit am Widerstand der Landesregierung und auch an einigen beteiligten Städten scheitern, müssen andere Wege gesucht werden, selbst wenn nur marginale Verbesserung erreicht werden können. Neben einer Verdichtung des S-Bahn-Takts und weitere Ausbaumaßnahmen (S-Bahn von Bernhausen nach Neuhausen) könnte eine besseres Mobilitätsmanagement, vor allem auch in kleineren und mittlerer Unternehmen, einen Beitrag leisten.

Damit befasste sich der Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung (WIV) der Region in seiner letzten Sitzung. Über das Regionalprogramm „Nachhaltige Mobilität“, das mit 7,5 Mio. € ausgestattet ist, wurde das Projekt „Betriebliches Mobilitätsmanagement in Ludwigsburg“ gefördert. Auch in Nürtingen wird mit der Schaffung einer E-Busverbindung vom Bahnhof zu den größeren Gewerbegebieten eine Modellmaßnahme unterstützt. In Waiblingen werden elektrische Carsharing-Fahrzeuge sowohl den städtischen Bediensteten als auch abends und an Wochenenden der Öffentlichkeit angeboten.

Wirtschaftsförderung (WRS) wird aktiv

Mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen wird die WRS aktiv. Sie versucht vor allem möglichst viele Betriebe direkt zu erreichen. Themen sind u.a. Firmentickets, Mitfahrportale, Carsharing-Konzepte, Entzerrung der Arbeitszeiten u.a. In Workshops werden best-practice-Beispiele vorgestellt. Über die Betriebsräte sollen auch die Belegschaften besser erreicht werden.

Die Fraktion Freie Wähler, die die Überlegungen der WRS unterstützt, weist auf die laufende Bearbeitung des Regionalverkehrsplans hin. Alle beschriebenen Maßnahmen können nur dann einen wirklich messbaren Erfolg erzielen, wenn gleichzeitig die Angebotspalette des ÖPNV ergänzt und vor allem die als notwendig erkannten Straßenbaumaßnahmen in Angriff genommen werden. „Es darf einfach nicht bei kosmetischen Aktionen, wie bessere Ampelsteuerungen und Radwegbauten, wie von der Landesregierung in der Vordergrund gestellt, bleiben“, stellt der Sprecher der Fraktion im WIV, Oberbürgermeister Gerd Maisch, fest.


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