Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges kann nicht hoch genug eingeschätzt werden – jährlich steigende Besucher- und Übernachtungszahlen

Welche Bedeutung hat der Tourismus in der Region Stuttgart? Die Stuttgart-Marketing GmbH hat dazu eine Analyse des ökonomischen Stellenwertes der Tourismuswirtschaft beim Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif-Consulting GmbH) beauftragt. Analysiert wurden touristische Nachfrage, Gästeausgaben am Aufenthaltsort, touristische Umsätze, profitierende Branchen sowie Einkommens- und Steuereffekte. Die Ergebnisse lassen sich grob wie folgt zusammenfassen:

Zu den 8,4 Millionen Übernachtungen in Hotellerie und Gastgewerbe kommen jährlich 0,24 Millionen im Camping- und Reisemobilbereich, sowie 0,77 Millionen bei Privatanbietern unter 10 Betten und über Sharingportale. Erstmals wurden 2016 Übernachtungen in Privathaushalten von Verwandten und Bekannten erfasst, der Wert war mit 16,8 Millionen doppelt so hoch, wie im gewerblichen Bereich.

Insgesamt erzielt der Tourismus für die Region Stuttgart einen Gesamtbruttoumsatz von rund 5,1 Mrd. Euro pro Jahr, der Anteil der Landeshauptstadt Stuttgart liegt bei ca. 2,7 Mrd. Euro bzw. 53%. Rund 60% (3,05 Mrd Euro) des Umsatzes werden über den Tagestourismus, 40% (2,05 Mrd Euro) durch den Übernachtungstourismus generiert.

Der Tagestourismus ist das mit Abstand größte Teilsegment des Tourismus, wird jedoch von in statistischen Erhebungen in der Regel nicht erfasst. Die vom dwif durchgeführten Erhebungen ergaben, dass die Region Stuttgart im Jahr 99,3 Mio Tagesgäste zählt. Sie leisten einen wichtigen Beitrag in Bezug auf die ganzjährige Auslastung der Infrastruktur.

Im Tagestourismus werden in der Region Stuttgart im Schnitt rund 32 Euro pro Person, darunter 35 Euro in der Landeshauptstadt und 26 Euro in den umliegenden fünf Landkreisen. Übernachtungsgäste geben im Schnitt in der Region insgesamt rund 180 Euro pro Person aus, darunter in Stuttgart 199 Euro und in den umliegenden Kreisen 166 Euro.

Insgesamt entfallen die Ausgaben von Tages- und Übernachtungsgäste zu 42% auf den Einzelhandel, zu 38% auf das Gastgewerbe und zu 20% auf Dienstleistungen. Bei den Tagesgästen dominiert dabei der Einzelhandel mit 50%, bei den Übernachtungsgästen verbleiben knapp zwei Drittel der Ausgaben im Gastgewerbe.

Wertschöpfung: Insgesamt werden in der Region Stuttgart rund 2,3 Mrd. Euro als Löhne, Gehälter oder Gewinne einkommenswirksam, rund 1,2 Mrd. Euro davon in Stuttgart. Von diesem Einkommensbeitrag könnten rund 77.500 Personen jeweils ein durchschnittliches Primäreinkommen erzielen. Der tatsächliche Beschäftigungseffekt liegt vermutlich noch deutlich höher, denn viele der im Tourismus Beschäftigten sind dies nur anteilig oder temporär.

Die Einnahmen aus Umsatz- und Einkommensteuer beliefen sich auf mehr als 475 Mio. Euro in der Region Stuttgart.

Die Studie und die Arbeit der Stuttgart-Marketing GmbH und Regio Stuttgart Markting- und Tourismus GmbH wurden von Geschäftsführer Armin Dellnitz vorgestellt und erläutert.

Sie können die Präsentation von Herrn Dellnitz hier aufrufen.

Der Vorsitzende der Fraktion Freie Wähler, Oberbürgermeister Andreas Hesky, (er ist auch Vorsitzender des Vereins Regio e.V.) führte in der Sitzung des Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung“ am 12. September sinngemäß aus:

Tourismus ist Wirtschaftsförderung par Excellence“

Der Bericht über die Wertschöpfung durch den Tourismus in der Region macht deutlich, dass die Region Stuttgart in vielfältigster Weise durch den Tourismus profitiert. Dabei geht es nicht nur um die Übernachtungszahlen, sondern vor allem um die Tagestouristen, die auch in Form von Verwandten- und Freundesbesuchen in die Region kommen. Der Bericht zeigt, dass sich die Arbeit und Investitionen der Kommunen in den Tourismus mehrfach auszahlen. Es profitieren viele Beherbergungsbetriebe und Einzelhändler sowie Dienstleister davon. Klar ist auch, dass die Erarbeitung von touristischen Produkten Aufgabe der Kommunen ist und bleibt. Nur gute touristische Leistungen mit guter Qualität können vermarktet werden und stoßen auf Interesse. Im Ihrem Bericht, Herr Dellnitz, wurde aufgezeigt, dass Tagestouristen auch Besucher sind, die privat übernachten oder einen Tag zu Besuch sind. Es ist gut, dass wir nicht mehr nur auf Hotelbetten starren, wie das Kaninchen auf die Schlange. Wir müssen dafür sorgen, dass die Bürgerinnen und Bürger der Region zu wahren „Fremdenführern“ werden, diesich auskennen und über die besonderen Qualitäten ihrer Region Bescheid wissen. Das stärkt auch die Identität und das Gefühl, in der Kommune, aber auch in der Region, zu Hause zu sein und Heimat zu haben, die man gerne zeigt und auf die man stolz sein kann. Die im Verein Regio e.V. zusammengeschlossenen Kommunen sind sich der Bedeutung der Tourismusarbeit bewusst und investieren mehr als andere. Ich danke Ihnen, Herr Dellnitz im Namen der Freien Wähler für ihre hervorragende Arbeit und sichere Ihnen die weitere Unterstützung der Fraktion zu. Ihrer Aufforderung, dass auch die einheimische Bevölkerung den i-Punkt in der Stadt nutzen möge, kann man sich nur anschließen.


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    • 12.12.2018
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