Neue Detailuntersuchung zum Strukturbericht Region Stuttgart 2015 sieht Aufwärtstrend bei Investitionen durch Unternehmen des Maschinenbaus – Antrag der Fraktion Freie Wähler

Die Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009 scheint den Maschinenbau in der Region besonders hart getroffen zu haben. Die gute Nachricht ist: Unternehmen des Maschinenbaus investieren wieder mehr. Das geht aus einer Detailuntersuchung zu Investitionen im Maschinen- und Anlagenbau hervor, die ergänzend zum Strukturbericht Region Stuttgart 2015 vorgenommen worden ist. Der Wirtschaftsausschuss hat sich am 8. Februar aufgrund eines Antrags der Fraktion Freie Wähler damit beschäftigt. Stellte der Strukturbericht 2015 noch eine „unterdurchschnittliche Investitionsquote“ im Maschinenbau fest, legten die Investitionen in diesem Bereich 2014 und 2015 wieder deutlich zu.

Knapp 30 Prozent der Investitionen von Betrieben des Maschinenbaus flossen in Gebäude. Das langjährige Mittel liegt bei 17,5 Prozent. „Die besorgniserregenden Zahlen der Jahre 2008 bis 2013 haben sich in den Jahren 2014 und 2015 nicht fortgesetzt“, so die Gutachter Dr. Andreas Koch von IAW und Dr. Jürgen Dispan vom IMU Institut. Sie beobachten eine Erholung des Maschinenbaus, auch im Vergleich zu Bund und Land. Gleichzeitig führen sie die hohe Quote an Investitionen in Gebäude auf größere und vermutlich einmalige Bauvorhaben zurück. Basis für diese Einschätzungen sind im Wesentlichen aktuelle statistische Daten sowie Gespräch mit regionalen Experten. Die Investitionstätigkeit gilt als zentrale Voraussetzung für den Erhalt der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit.

In der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung, die sich mit diesem aktuellen Thema befasste, bezog der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Oberbürgermeister Andreas Hesky, wie folgt Position:

„Als der Bericht des IAW 2015 veröffentlicht wurde, war die Lage ernst, und heute, 2017, ist sie nicht hoffnungslos“, so fasste Hesky die Lage zusammen, die von den Herren Dr. Andreas Koch (IAW) und Dr. Jürgen Dispan (IMU Institut) kompakt geschildert wurde. Der Maschinenbau als zentrale Branche der Region Stuttgart erweist sich nach wie vor als starke Säule der Wirtschaft in der Region. Die auch von Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut bei so manchen Neujahrsempfängen konstatierte Investitionsschwäche gilt nicht für Baden-Württemberg im Bundesvergleich und schon gar nicht für die Region Stuttgart. Dennoch, Bayern ist uns in diesem Punkt eine Nasenlänge voraus. Es gilt also, den Investitionshemmnissen nachzugehen und sie zu beseitigen. Vieles fällt nicht in die regionale Zuständigkeit. Flächenbereitstellung und Infrastruktur allerdings schon. Wieder einmal erweist sich die Verkehrsanbindung als Manko, das uns zum Handeln veranlassen muss. Die Haltung der Freien Wähler im Regionalverkehrsplan setzt auf die richtige Spur.“

 OB Hesky danke auch für die Einbeziehung der Kompetenzzentren in die Untersuchung. Diese seien schließlich „Sensoren in den jeweiligen Branchen“, so Hesky weiter. Es gilt, diese Einrichtungen weiter zu stärken, um durch sie die Innovationsfreude der kleineren Unternehmen, die, wenn sie allein auftreten, schnell an die personellen oder finanziellen Grenzen stoßen, in der Gemeinschaft mit anderen im geschützten Raum eines Kompetenzzentrums zu stärken.“

Die aktuelle politische Lage nach der Wahl von Präsident Donald Trump scheint wieder diese Branche in Baden-Württemberg zu tangieren. Jüngst ist der lange Zeit stabile Auftragseingang um 15 % eingebrochen.

Die Unternehmen des Maschinenbaus versuchen, sich breiter aufzustellen und damit ihre Abhängigkeit vom Automobilbau, speziell von den herkömmlichen Antriebstechniken, zu verringern. Sie setzen auf die Produktion von Komponenten für Elektroantrieb oder auf neue Betätigungsfelder, wie die Medizintechnik, erneuerbare Energien oder Umwelttechnik.

Darin sieht auch die Regionalpolitik das Gebot der Stunde. Der Strukturwandel muss aktiv begleitet werden. Als Hemmnisse für Investitionen von Unternehmen des Maschinenbaus nennen die befragten Experten mangelnde Erweiterungsflächen, Staus sowie unzureichende Verbindungen mit Bussen und Bahnen, fehlende Infrastruktur für schnelles Internet, Fachkräftemangel und Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Investitionen.

 


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