Planungsausschuss diskutiert „Aktionsprogramm Wohnen“ – Freie Wähler: Wer zu spät kommt bestraft in diesem Fall andere, die Wohnungssuchenden

Die Zeiten haben sich geändert. Man diskutiert beim Verband Region Stuttgart nicht mehr darüber, ob Wohnraummangel herrscht, sondern sucht händeringend nach Lösungen. Man hat erkannt, dass der immer wiederkehrende Verweis auf die großen Reserven in den Flächennutzungsplänen kein Bauland schafft, wenn die jeweiligen Städte und Gemeinden nicht mitziehen. Jetzt endlich wird den Kommunen, die sich aktiv um Lösungen bemühen, mehr Flexibilität eingeräumt, wenn auch eher zögerlich.

In der letzten Sitzung des Planungsausschusses wurde ein Sachstandsbericht zum „Aktionsprogramm Wohnen“ (schon dieser Begriff ist nach Jahren des Bremsens bemerkenswert) gegeben.

Wenn Sie sich mit den umfangreichen Beratungsunterlagen befassen möchten, Sie können sie hier aufrufen:

Der Sprecher der Freien Wähler, Bürgermeister Wilfried Wallbrecht, dem in Esslingen dieses Thema täglich auf den Nägeln brennt, hat in der Sitzung sinngemäß folgendes ausgeführt:

Es fällt nicht leicht, zum Wohnraummangel noch etwas Neues zu sagen.

Wir Freien Wähler waren schon immer kritisch vorausschauend, wenn es um die Bevölkerungsprognose ging als Grundlage für den Regionalplan

    • Wenn es um die Verteufelung von Flächenverbrauch ging. Jetzt zeigt sich: Wir haben Wohnraummangel, wir haben eine Knappheit, unter der nicht nur Gering-, sondern auch Normalverdiener immer mehr leiden.Ernüchternd ist die Tatsache, dass eine Trendumkehr zu mehr Wohnungsbau nur sehr schwer und nur längerfristig zu erreichen ist. Auch an diesem Tisch gibt es noch immer genügend Stimmen, die von Baulücken und Innenverdichtung Wunder erwarten. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in den nächsten 10 Jahren in den Ruhestand und werden Arbeitsplätze freimachen, aber keine Wohnungen. Wir sprechen von 200.000, vielleicht 300.000 Menschen und Familien. Und das bedeutet in der Folge, dass wir am Ast unseres Wohlstandes sägen. Diese Dimension unseres Wohnraummangels macht uns – neben der sozialen Dimension – am meisten Sorgen.
    • Jetzt komme ich zur Vorlage: Deswegen loben wir die regelmäßigen Berichte zum Thema und das „ansteigende Aktivitätslevel“. Wir machen uns allerdings große Sorgen über die nächsten 5 bis 10 Jahre, immer unterstellt, die wirtschaftliche Konjunktur bleibt auf hohem Niveau. Ich habe das schon mehrfach gesagt: Wir sind alle gefragt: Bund, Land, Region, Kommunen, Bauwirtschaft, Bürger. Jeder in seiner Rolle und Verantwortung. Die Lage, die Perspektive zum Thema „Wohnraumbereitstellung“ bleibt ernüchternd. Danke für die Aktivitäten der Geschäftsstelle und weiterhin Ausdauer und Kreativität.
    • Denn alles, was in der Vorlage an Vorgehen ausgeführt wird, hilft Wohnungssuchenden in 5-10 Jahren aufwärts.
    • Wir haben natürlich in den Beschlussvorschlägen der Sitzungsvorlagen zu Flächennutzungs- und Bebauungs-Plänen in letzter Zeit kleine Öffnungstendenzen entdeckt und wollen das ausdrücklich anerkennen.
    • Wir nehmen natürlich wahr, dass die Geschäftsstelle zwar spät, doch immerhin in letzter Zeit den Ernst der Lage erkannt hat. „Problemsensität“ ist entstanden.
    • Wenn wir keine Wohnungen in der Region bieten können, werden unsere Arbeitgeber (Industrie, Dienstleister, öfftl. Dienst, Lehre + Forschung) zum allseits sich abzeichnenden Fachkräftemangel noch massivere Probleme haben, überhaupt Ersatz zu finden.
    • Dazu kommt leider die Erkenntnis, dass selbst eine sofortige Umkehr in den Köpfen erst in 6 -8 Jahren zu Ergebnisse führt, d.h. zur Bezugsfertigkeit von Wohnungen.
    • Die Akzeptanz in der Öffentlichkeit, vor allem in der jeweiligen Nachbarschaft von möglichen Baugebieten, ist im Verdichtungsraum gering geworden.
    • Dass dieser Flächenmangel neben dem Wohnungsbau auch die gewerbliche Entwicklung zunehmend einschränkt, sei nur am Rande erwähnt.

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