Die Gremien des Verbands Region Stuttgart befassen sich seit Monaten intensiv mit der Erarbeitung eines neuen Regionalverkehrsplans. Er soll als Grundlage für Mobilitätskonzepte der Zukunft und für konkrete Schritte zur Verbesserung der Verkehrssituation in der Region Stuttgart dienen.

Der Sprecher der Regionalfraktion Freie Wähler, Landrat a.D. Bernhard Maier, nimmt dazu wie folgt Stellung:

Wir brauchen beides – gute Straßen und einen zukunftsfähigen ÖPNV

Angespannte Verkehrssituation und Luftqualität in der Region sind gegenwärtig die Top-Themen in der öffentlichen Diskussion. Der neue, über mehrere Jahre erarbeitete Regionalverkehrsplan bietet ein umfassendes Konzept zur Mobilität der Zukunft und zur Luftreinhaltung.

Kein Zweifel: wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter der Mobilität, hier sollen die Wege dazu aufgezeigt werden. Ziel muss es sein, die beschlossenen Klima-, Umweltschutz- und Nachhaltigkeitswerte zu erreichen und gleichzeitig unseren Wohlstand zu sichern. Der Plan ist Richtschnur für unser politisches Handeln als Aufgabenträger und Wegweiser für alle Akteure, die sich auf dem Feld der Verkehrsgestaltung bewegen.

Der tägliche Strom an Pendlern und der Wirtschaftsverkehr bringt die Verkehrssysteme bereits heute an die Grenzen der Kapazität, diese Entwicklung wird zunehmen. Den unterschiedlichen Ansprüchen von Mensch und Wirtschaft, von Stadt und Umwelt kann man nur mit intelligent vernetzten Mobilitätslösungen, aber auch mit allen Anstrengungen zur Kapazitäts- und Qualitätsverbesserung und zum Ausbau der Infrastruktur gerecht werden.

Damit der ÖPNV dabei auch weiterhin eine tragende Rolle spielen kann, muss auch künftig in den Ausbau der Streckennetze und in eine Kapazitäts- und Qualitätssteigerung investiert werden. Gleichzeitig gilt es noch stärker dieses Angebot mit Carsharing, Sharingkonzepten für Fahrräder und Pedelecs, Park-and-Ride oder auch Ruftaxis zu verknüpfen. Auch dem Ausbau des Radverkehrs muss eine noch größere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Bei alledem dürfen wir den Blick auf die Wirklichkeit nicht verlieren. Die im Regionalverkehrsplan enthaltenen umfangreichen und teuren Verbesserungen des ÖPNV können die aus den Veränderungen bei der Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur zu erwarteten Verschiebungen in Richtung Individualverkehr bestenfalls kompensieren; eine wesentliche Verringerung des Anteils des Pkw- und Lkw-Verkehrs kann nicht erreicht werden. Deshalb gehört auch der weitere Ausbau der Straßeninfrastruktur unverzichtbar zur Mobilität der Zukunft.

Für Straßen und Schienen gilt gleichermaßen: wir brauchen Tangentialen um Fahrten, deren Start und Ziel außerhalb des hoch belasteten Regionskerns liegen, an diesem vorbeizuführen.

Im neuen Regionalverkehrsplan sind Wege aufgezeigt, um den oben beschriebenen Zielen ein Stück weit näher zukommen. Es bedarf nun der ideologiefreien Zusammenarbeit aller Akteure, dieses auch in die Tat umzusetzen…….

 


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