Noch gilt die Region Stuttgart als „Stauspitzenreiter“.

Den Verkehr in der Region entzerren und die Belastung für die Umwelt reduzieren – das ist das Ziel der Regionalen Mobilitätsplattform. In der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 4. Juli wurde das weitere Vorgehen diskutiert und beschlossen. Das bereits als „Leuchtturmprojekt“ im RegioWIN-Wettbewerb geförderte Konzept soll es dem Verband Region Stuttgart ermöglichen, die Koordinierung und Förderung eines regionalen Verkehrsmanagements wahrzunehmen. Die Vorplanungen und Abstimmungen mit den regionalen Partnern sind weitgehend abgeschlossen, so dass nun die zweite Projektphase mit der Umsetzung der gemeinsam geplanten, zuständigkeitsübergreifenden Maßnahmen beginnen kann.

Wichtigstes Element der Mobilitätsplattform ist der Aufbau einer regionalen Verkehrsmanagementzentrale. Nach dem aktuellen Planungsstand zeichnen sich derzeit Kooperationen mit Partnern wie Ludwigsburg, Waiblingen, Fellbach, Böblingen, Leonberg und Ditzingen für Pilotvorhaben im operativen Verkehrsmanagement ab. Einbezogen sind aber auch das Land und die Landeshauptstadt, die mit der Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg sowie der Integrierten Verkehrsleitzentrale der Stadt Stuttgart bereits im Verkehrsmanagement in der Region aktiv sind (z.B. Seitenstreifenfreigabe auf der A8 und Verkehrsleitsystem Neckarpark). Um den Verkehr im Bedarfsfall gezielt beeinflussen zu können, muss vor Ort in den Kommunen und Landkreisen eine entsprechend ausgestattete Straßenverkehrstechnik installiert sein, die sowohl auf Baustellen, auf Großveranstaltungen wie auch auf ungeplante Störfälle reagieren kann. In enger Zusammenarbeit mit den bestehenden Einrichtungen können dann frühzeitig und regionsweit Verkehrsstörungen im Straßennetz gemeldet und entsprechende Lenkungsmaßnahmen ergriffen werden.

.Die Realisierung der Verkehrsmanagementzentrale soll im zeitlichen und finanziellen Rahmen des RegioWIN-Projekts bis Ende 2020 als Pilotvorhaben mit den Partnern erfolgen. Der Aufbau der Leitzentrale wird bis 2020 auf ca. 4,4 Mio Euro brutto geschätzt, die Kosten der lokalen Systeme in der zweiten Projektphase werden mit ca. 4,1 Mio Euro veranschlagt. Damit ist der förderfähige Projektrahmen von 9,5 Mio Euro einschließlich der Kosten aus der Planungsphase voll ausgeschöpft. Die Betriebskosten des regionalen Verkehrsmanagements betragen nach derzeitigem Stand ab 2021 bis zu einer Million Euro und refinanzieren sich teilweise durch eine Beteiligung der regionalen Partner.

Die Fraktion Freie Wähler signalisierte ihre grundsätzliche Zustimmung, verhehlte aber nicht, dass noch manches zu verbessern sei. Kritisch beurteilt wurde das Fehlen wichtiger kommunaler Partner (z.B. Stadt Esslingen, Filderkommunen). Auch die Frage nach der Wirksamkeit der geplanten Plattform konnte noch nicht schlüssig beantwortet werden. In einem Jahr soll wieder über den Stand des Projekts berichtet werden.

 

 

 

 


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    • 23.07.2018
    Verkehrsausschuss
    • 25.07.2018
    Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung