Man ist fast versucht von der Winfried-Hermann-Hesse-Bahn zu sprechen, so sehr ist dieses Schienenprojekt zum Lieblingsthema des Verkehrsministers geworden. Die Fraktion Freie Wähler begrüßt grundsätzlich diese Schienenverbindung nach Calw, allerdings unter der klaren Bedingung, dass ein späterer S-Bahn-Verkehr nicht verbaut und das bestehende S-Bahn-Netz in der Region nicht negativ beeinflusst wird.

Für die Hermann-Hesse-Bahn läuft derzeit ein weiteres Planfeststellungsverfahren für die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke von Weil der Stadt nach Calw. Für diesen Abschnitt hat der Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart auch als Aufgabenträger des S-Bahn-Verkehrs in der Region Stuttgart Stellung genommen. Generell begrüßt der Verband, dass die Reaktivierung der Bahnstrecke auf den Weg gebracht wird, auch im Hinblick auf Möglichkeiten eines zukünftigen S-Bahn-Verkehrs bis nach Calw.

Da die Vorhaben der sieben Planfeststellungsabschnitte weitestgehend außerhalb der Region liegen, wurden diese nicht im Einzelnen bewertet. Jedoch kritisierte der Planungsausschuss , dass das Schienenvorhaben „Hermann-Hesse-Bahn“ nur abschnittsweise planfestgestellt wird. Vielmehr sei eine Gesamtschau erforderlich, gerade im Hinblick auf Auswirkungen eines Mischverkehrs mit der S-Bahn zwischen Renningen und Weil der Stadt. Hierfür vermisst der Verband ein Betriebskonzept, welches die Abläufe in den Bahnhöfen Renningen und Weil der Stadt darstellt. Sinnvoller sei es, die unterschiedlichen Genehmigungen in einem Verfahren zu bündeln und auch auf die Maßnahmen auszudehnen, für die bisher keine oder andere Verfahren vorgesehen sind. Nur in einer Gesamtbetrachtung könne unter anderem eine Prüfung der Umweltverträglichkeit umfassender und übersichtlicher erfolgen. Ebenso soll bei allen Baumaßnahmen perspektivisch eine mögliche Verlängerung der S-Bahn über Weil der Stadt hinaus nach Calw berücksichtigt werden: Die Infrastruktur soll bereits bei der Streckenreaktivierung so geplant werden, dass sie einen zukünftigen S-Bahn-Betrieb ermöglicht. Das betrifft die nötigen Vorbereitungen für eine spätere Elektrifizierung ebenso wie eine Zweigleisigkeit auf möglichen Begegnungsstellen im S-Bahn-Betrieb.

Für die Regionalfraktion führte Wilfried Dölker dazu aus:

“ Nachdem die S-Bahnverlängerung nach Calw eine positive Bewertung erhalten hat, ist dieser unbedingt Vorrang einzuräumen. Bis zur Verlängerung der S-Bahn kann aus Sicht der Freien Wähler das Stufenkonzept mit Diesel-Zügen nur bis Weil-der-Stadt umgesetzt werden, alles andere läuft den Interessen der Region zuwider. Verkehrsminister Hermann muss das im Interesse einer Taktverdichtung auf der S 6 aufgreifen und dieser Lösung möglichst bald zustimmen. “

Diese Meinung wurde von den anderen Fraktionen geteilt. Der Planungsausschuss hat einstimmig entsprechend dem Verwaltungsvorschlag beschlossen.

 

 


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