Die S-Bahn in der Region Stuttgart hat in ihrer 40-jährigen Geschichte noch nie so viele Menschen befördert wie im Jahr 2019. An Werktagen nutzten rund 435.000 Personen die S-Bahn. Betrachtet auf das Jahr sind es fast 132,5 Millionen Personen, was einem Zuwachs von über 1,5 Millionen Fahrgästen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieses Ergebnis wurde am 19.2. im Zuge des Berichts zur S-Bahnqualität dem regionalen Verkehrsausschuss präsentiert. Neben steigenden Fahrgastzahlen wurden unterschiedliche Aspekte der Qualitätsbewertung thematisiert. Während sich die Sicherheit und Sauberkeit der S-Bahn im Vergleich zum Vorjahr verbessert haben (Fahrgastnote 2,0 und 2,3) hält sich die Fahrgastinformation konstant bei der Schulnote 2,5. Leider erreichte aber auch der Wert für die Pünktlichkeit einen Negativrekord.

Entwicklung der Pünktlichkeit

Die Gesamtpünktlichkeitswerte bei Verspätungen unter sechs Minuten sind im Vergleich zum Vorjahr von 96,1 Prozent auf 95,3 Prozent zurückgegangen. Somit waren von 100 S-Bahnen weniger als fünf Züge mehr als sechs Minuten verspätet. In der Hauptverkehrszeit waren es 2018 noch 93,8 Prozent, im Jahr 2019 ist der Wert auf 92,9 Prozent gesunken. Betrachtet man Verspätungen unter drei Minuten so liegt der Pünktlichkeitswert bei 84,4 Prozent (2018 – 86,8 Prozent). In der Hauptverkehrszeit waren 75,8 Prozent der Züge weniger als drei Minuten verspätet, während es 2018 noch 78,4 Prozent waren.

Eine signifikante Verbesserung der Pünktlichkeit ist mit Einführung des Zugbeeinflussungssystem (ETCS European Train Control System) zu erwarten.  Stuttgart wird die erste Metropolregion, in der das für den Hochgeschwindigkeitsverkehr entwickelte System eingesetzt und erprobt wird. Für die Fahrgäste wird es ab Dezember durch den ganztägigen Viertelstundentakt weitere Verbesserungen geben. Ende 2021 werden mit der Auslieferung weiterer 58 Züge zusätzliche Kapazitäten in der Hauptverkehrszeit und für weitere Verkehre entstehen.

„Wir sehen, dass die DB sich Mühe gibt und diese Mühe tragen wir gemeinsam“, resümierte Fraktionssprecher Bernhard Maier. Deswegen nehme man alle Mittel in die Hand, um die S-Bahn vor allem durch Angebote zu verbessern.

Durchgängiger Viertelstundentakt bei der S-Bahn

Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 wird die letzte Lücke des Viertelstundentakts bei der S-Bahn geschlossen. Die S-Bahn verkehrt dann montags bis freitags von ca. 6:00 Uhr bis 20:30 Uhr durchgehend im einheitlichen und attraktiven Takt. Ermöglicht hat dies die Regionalversammlung mit ihrem Beschluss vom September 2016, der eine stufenweise Einführung vorgesehen hat. Für die Fahrgäste bedeutet dies eine Angebotsqualität, die einer U- oder Stadtbahn nahekommt. Zudem ist beabsichtigt, die stark ausgelastete S6 zwischen Weil der Stadt und Stuttgart-Feuerbach in der Hauptverkehrszeit durch zusätzliche Fahrten zu entlasten. Bis zur Wiederinbetriebnahme des Gleises 130 in Stuttgart-Feuerbach würde diese temporär in Stuttgart Zuffenhausen enden. Derzeit laufen hierfür Untersuchungen unter welchen Prämissen diese Zielsetzung umsetzbar ist.

 


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