Auszug aus der Pressemitteilung des VRS – die komplette Mitteilung können Sie hier nachlesen

Verband und Wirtschaftsförderung Region Stuttgart werden jeweils Gründungsmitglieder der Genossenschaft „Innovationspark Künstliche Intelligenz Baden-Württemberg“. Gemeinsame Initiative der Regionen Stuttgart, Neckar-Alb und Karlsruhe für Innovationspark-Standort.

Die Regionalversammlung hat einstimmig beschlossen, dass der Verband Region Stuttgart der Genossenschaft „Innovationspark Künstliche Intelligenz Baden-Württemberg eG“ mit einem Anteil von 25.000 beitritt. Ebenso wird der Verband in der Gesellschafterversammlung der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) dafür stimmen, dass sich die WRS an der Genossen­schaft mit 25.000 Euro beteiligt. Sitz der Genossenschaft soll Stuttgart sein.

Hintergrund und gleichzeitig der Rahmen für die konzeptionelle Grundlage der Genossenschaft ist der Landeswettbewerb „Innovationspark KI Baden-Württemberg“, der vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg ausgeschrieben wurde. Koordiniert von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) haben sich Akteure aus den Regionen – beziehungsweise Wirtschaftsräumen – Stuttgart, Neckar-Alb und Karlsruhe um den Standort für den KI-Innovationspark beworben. In den Ende Januar eingereichten Bewerbungsunterlagen wurden Inhalte, Flächen und die Finanzierung des Vorhabens dargelegt. Am vergangenen Montagabend teilte das Ministerium mit, dass die Gemeinschafts-Bewerbung für die nächste Runde ausgewählt wurde. Wer mit seinem Gesamtkonzept als Sieger aus der finalen Runde des Wettbewerbs hervorgeht, wird nach dem 10. März 2021 entschieden.

Mit dem gemeinsamen Beitrag zum Standortwett­bewerb für den Innovationspark soll eine Einrichtung geschaffen werden, die das Land zu einem Leucht­turm für KI-Anwendungen macht – in wissenschaftlicher, technologischer und auch ethischer Hinsicht. Ziel ist es, ein weltweit wettbewerbsfähiges oder sogar führendes KI-Ökosystem aufzubauen, in dem Experten und Projektteams von Unternehmen, Start-ups und For­scher eine hervorragende Voraussetzungen vorfinden – beispielsweise durch Test- und Entwicklungslabore, Modellfabriken als reale Produktionsumgebung, Rechenzentren, sichere und leistungsfähige IT- und Dateninfrastrukturen, Projekträume oder Co-Working-Spaces. So sollen KI-Anwendungen effizient und beschleunigt in die wirtschaftliche Wertschöpfung gebracht werden. Insbesondere Mittelstand und KMUs aus ganz Baden-Württemberg sollen davon profitieren. Für den Beitrag der Region Stuttgart dazu wird ein räumlich verteilter Ansatz verfolgt, zunächst mit mehreren Flächen in Stuttgart und Böblingen sowie mit Unternehmensangeboten wie bei Trumpf in Ditzingen. „Ein Konzept, mehrere Standorte – nach diesem Motto haben wir die Form einer Genossenschaft gewählt“, erläuterte WRS-Geschäftsführer Dr. Walter Rogg. „Zuletzt haben wir immer eher über schwierige Fragen diskutiert, etwa dem Strukturwandel in der Automobilindustrie. KI ist nun ein echtes Chancenthema, das alle Wirtschaftsbereiche entwickeln helfen wird“, so Rogg weiter. Weil das Thema so wichtig sei, hätten sich die drei Regionen zusammengeschlossen. Konkrete Angebote würden baldmöglichst innerhalb der bestehenden Infrastrukturen gemacht. Beispielsweise habe man auch Zugriffsmöglichkeiten auf den europaweit einzigen Quantencomputer in Ehningen. Bis neue Räumlichkeiten zur Verfügung stehen würden, werde es aber circa zwei Jahre dauern. „Wir haben eine gute Ausgangsbasis, um mit unserem Projekt in Europa und weltweit Beachtung zu finden und entsprechend qualifizierte Arbeitskräfte anzuziehen“, schloss Rogg.

Landeswettbewerb „Innovationspark KI Baden-Württemberg“

Mit rund 50 Millionen Euro Förderung handelt es sich bei dem KI-Projekt um die größte Einzelmaßnahme der Landesregierung zur Innovationsförderung der letzten Jahrzehnte. Sie soll konjunkturelle Impulse setzen und die Zukunftsfähigkeit des Landes stärken. Wer den Zuschlag bekommt, erhält vom Land eine Fördersumme von bis zu 50 Millionen Euro als Anschubfinanzierung, muss jedoch einen Eigenbeitrag in gleicher Höhe erbringen. Gesucht werden ein oder mehrere verbundene Standorte, die qualifiziert sind, als Innovations- und Wertschöpfungszentrum für Produkte und Dienstleistungen rund um die Künstliche Intelligenz zu wirken. Entstehen soll eine europaweit einzigartige KI-Innovationsinfrastruktur, in der Unternehmen in Kooperation mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, IHKs und Handwerkskammern, Gesellschaft und der öffentlichen Verwaltung KI-Anwendungen, Produkte und Geschäftsmodelle entwickeln, erproben und international vermarkten können.