Verband Region Stuttgart legt Studie zu Betriebsvarianten auf der Schusterbahn vor – Entscheidung über zukünftiges Angebot im Juli geplant

Mit Auszügen  aus der Pressemitteilung des VRS – die komplette Mitteilung können Sie hier nachlesen 

Taktverdichtung auf der Schusterbahn – technisch und wirtschaftlich nicht darstellbar

Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart hat am 17. März die Ergebnisse einer Studie über mögliche Betriebsvarianten der Schusterbahn für den Zeitraum bis zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21 diskutiert. Die Entscheidung, ob das Angebot zeitlich und räumlich erweitert wird, fällt voraussichtlich im Juli. Man möchte dies nochmals im Hinblick auf alle Herausforderungen und im Zusammenhang mit weiteren geplanten Verkehrsmaßnahmen erörtern.

Die Regionalfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, SPD, FDP und die Linke/Pirat hatten kurz vor der Landtagswahl  beantragt, zwischen Untertürkheim und Kornwestheim ab dem Fahrplanwechsel im Dezember einen ganztägigen Stundentakt einzuführen. Dies wäre mit geschätzten Kosten von 1,8 Millionen Euro und zusätzlich 500 neuen Fahrgästen pro Tag verbunden. Insgesamt könnten dann auf der Strecke rund 1.500 Fahrgäste unterwegs sein, berichtete Verkehrsdirektor Dr. Jürgen Wurmthaler. Zudem beantragten die Fraktionen, ein Jahr später den Verkehr mit einem ganztägigen Stundentakt von Bietigheim-Bissingen über Ludwigsburg bis nach Esslingen auch räumlich auszuweiten. Hierfür würden rund 4,6 Millionen fällig, man rechnet mit rund 2.500 weiteren Fahrgästen.

Dieser Antrag wurde – wohl mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl – eingereicht, obwohl diesen Fraktion auf Grund der klaren Aussagen der Verwaltungsvorlage klar sein musste, dass er völlig unrealistisch ist. Es ging wohl mehr um öffentliche Aufmerksamkeit, denn um einen ernst zu nehmenden Vorstoß. Dies erweckt zumindest den Anschein von Wählertäuschung.

Der verkehrspolitische Sprecher der Regionalfraktion, Bernhard Maier, machte in seinen Ausführungen deutlich, dass man alle realistischen Bemühungen  um eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots unterstütze. Dieser Antrag sei aber schon aus formellen Gründen und auch inhaltlich völlig indiskutabel. Die Region müsse im kommenden Jahrzehnt ein Milliardenpaket für den Schienenverkehr schultern und können sich keine finanziellen Abenteuer erlauben, wenn keine angemessene verkehrliche Bedeutung erreicht werde.

Wörtlich sagte Bernhard Maier:  „Wir sollten uns über die Realitäten im Klaren werden.“ Und weiter: „Die Strecke verfügt über keine ausreichende Infrastruktur für den ÖPNV, sie hat keine Wirtschaftlichkeit, es fehlt an Fahrgästen und es gibt keine echte Entlastung der S-Bahn. Ich stelle die Sinnhaftigkeit insbesondere bei einer Umfahrung von Kornwestheim infrage. Der interfraktionelle Antrag ist nicht beschlussfähig. Eine solche weittragende Entscheidung erfordert mehr Sorgfalt.“

Nach einer ersten Diskussion zogen die beteiligten Fraktionen ihren Antrag wieder zurück.



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