Der Verband Region Stuttgart beteiligt sich an einer Machbarkeitsstudie für eine Schienenverbindung von Kirchheim (Teck) über Bad Boll und Göppingen nach Schwäbisch Gmünd.

Bearbeiteter Auszug aus der Pressemitteilung des VRS – die komplette Mitteilung können Sie hier nachlesen

Im November 2020 hat eine Studie des Landes Baden-Württemberg zur Reaktivierung von Nebenbahnen für die Schienenstrecke von Kirchheim (Teck) über Weilheim, Bad Boll nach Göppingen und weiter bis Schwäbisch Gmünd Verkehrspotenziale in einer Größenordnung festgestellt, ab der das Land Machbarkeitsstudien finanziell bezuschusst. Der Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart hat nun in seiner Sitzung vom Mittwoch der finanziellen Beteiligung eben an einer solchen Machbarkeitsstudie und einer Kooperationsvereinbarung mit den beteiligten Landkreisen Esslingen, Göppingen, Ostalbkreis sowie dem Regionalverband Ostwürttemberg zugestimmt. Noch für dieses Jahr ist die Vergabe der Studie vorgesehen, mit der Ergebnisvorstellung wird bis Ende 2022 gerechnet.

Regionalrat Frank Buß –
Chance für die Boller Bahn?

Für die Fraktion Freie Wähler sprach Regionalrat Bürgermeister Frank Buß. Hier lesen Sie wesentliche Auszüge seiner Rede:

„Die Freien Wähler-Fraktionen in den Kreistagen Göppingen und Esslingen hatten 2018 Untersuchungen zu einer Wiederinbetriebnahme einer Schienen-Strecke von Kirchheim über Weilheim und Bad Boll nach Göppingen beantragt. Seinerzeit mussten wir die Ergebnisse ernüchtert zur Kenntnis nehmen. Der dringend notwendige Umstieg vom Motorisierten Individualverkehr (MIV) auf den ÖPNV gelingt nur mit attraktiven, zuverlässigen und fahrgastfreundlichen Angeboten. Die Verbindung von Kirchheim über Weilheim und Bad Boll nach Göppingen und weiter bis nach Schwäbisch Gmünd bietet die Chance, über eine Tangentialverbindung zusätzliche Fahrgäste zu gewinnen und gleichzeitig die S1 mit ihrer hohen Fahrgastbelastung auf der Strecke Kirchheim – Wendlingen – Plochingen zu entlasten.

Diese ÖPNV-Verbindung könnte somit ein wichtiger Beitrag sein zu Reduzierung individueller Fahrten von und zur Arbeit und so zum Klimaschutz beitragen. Gleichzeitig würde die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes gestärkt, um  wohnortnahe Arbeitsplätze zu erhalten bzw. neue zu schaffen, z.B. am geplanten Gewerbeschwerpunkt „Hungerberg“ in Dettingen unter Teck.

Deshalb ist es erfreulich, dass das Land BW in seiner Reaktivierungsstudie diese Überlegung nochmals aufgegriffen hat und dies mit attraktiven Fördermöglichkeiten für die weitere Planung sowie für den Bau und Betrieb ausstatten würde. Sehr begrüßenswert ist es, dass die Region Stuttgart und die Landkreise Esslingen, Göppingen und Ostalbkreis an einem Strang ziehen und die Machbarkeitsstudie als Kooperationsprojekt angehen. Die differenzierte Betrachtung als Eisenbahn oder als Stadtbahn erhöht die Realisierungschance. Dabei verkennen wir nicht, dass das Projekt auch zahlreiche Klippen umschiffen muss, nicht zuletzt die betroffenen Schutzgüter am Albtrauf, auf die der Regionalverkehrsplan explizit hinweist. Zwingend erforderlich ist es, dass alle wichtigen Akteure frühzeitig und umfassend eingebunden werden, insbesondere die Kommunen entlang der Trasse.“