Regionalrat Bernhard Maier, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, sagte in der Sitzung:

„Ich wünsche mir die Zeiten zurück, in denen wir noch volle S-Bahn-Züge, aber kein Corona hatten. Fest steht, dass die heute vorgestellte Statistik keinen echten Vergleich erlaubt. Es ist aber dennoch zu erkennen, dass in der Hauptverkehrszeit nur rd. 86 % der Züge die Pünktlichkeitswerte erreichen. Obwohl nur noch 50 % Fahrgäste unterwegs sind, schaffen wir die Ziele nicht. Ich sehe wenig Perspektiven, wie in Volllastzeiten eine Verbesserung erreicht werden kann. Der Blick muss sich insbesondere auf die Infrastruktur richten. Die kritischen Stellen liegen insbesondere dort, wo wir Mischverkehr haben. Hier sind wir von anderen Verkehrsträger abhängig. Alle Anstrengungen müssen darauf gerichtet sein, die S-Bahn in der Zukunft vom Mischverkehr zu befreien.“

 

 

Bearbeiteter Auszug aus der Pressemitteilung des VRS – die komplette Mitteilung können Sie hier nachlesen

Der Betrieb der S-Bahn Stuttgart war 2020 ab Mitte März geprägt durch die COVID-19-Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen quer durch alle Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche. Entsprechend sind Pünktlichkeit und Qualität im Jahr 2020 unter anderem aufgrund der stark reduzierten Fahrgastzahlen schwierig mit den vorherigen Jahren zu vergleichen. Die Zahlen des vergangenen Jahres wurden in der Sitzung des Verkehrsausschusses am Mittwoch präsentiert. Zudem wurde erstmalig von der S-Bahn Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart ein Jahresbericht in Magazinform erstellt, der die Zahlen aus dem Jahr 2020 kompakt und übersichtlich wiedergibt.

Neben den Fahrgastzahlen und den Pünktlichkeitswerten wurden zudem die Qualitätsbewertungen der Fahrgäste vorgestellt. Hier können S-Bahn und Verband Region Stuttgart auf Verbesserungen in vielen Bereichen blicken.

Entwicklung Fahrgastzahlen und Pünktlichkeit

Nach anfänglichen Betriebskürzungen zu Beginn des ersten Lockdowns im März 2020 hat die S-Bahn schnell wieder das „normale“ Betriebsprogramm aufgenommen, mit Ausnahme des Nachtverkehrs am Wochenende. Vorrangiges Ziel war dabei in allen Phasen die Bereitstellung eines möglichst stabilen und zuverlässigen Angebots bei gleichzeitig vollem Platzangebot, um gerade in dieser kritischen Situation diejenigen Fahrgäste zu unterstützen, die zwingend auf die Nutzung der S-Bahn angewiesen waren. Der Wegfall vieler Fahrtanlässe im Pendler-, Schüler und Freizeitverkehr führte trotzdem zu einem Rückgang der Fahrgastzahlen auf 78,6 Millionen (Vorjahr 133 Millionen) und damit rund 40 Prozent hinter den Zahlen des Vorjahres.

„Die gute Nachricht ist, dass die S-Bahnen in Stuttgart zwei Prozentpunkte pünktlicher gefahren sind. 97 von 100 Zügen fahren im Rahmen“ fasst Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Stuttgart, das Jahresergebnis 2020 zusammen. Die Gesamtpünktlichkeitswerte bei Verspätungen unter sechs Minuten sind im Vergleich zum Vorjahr von 95,3 Prozent auf 97,3 Prozent gestiegen. Betrachtet man Verspätungen unter drei Minuten so liegt der Pünktlichkeitswert bei 90,7 Prozent (2019: 84,4 Prozent). In der Hauptverkehrszeit waren 85,8 Prozent der Züge weniger als drei Minuten verspätet, während es 2019 noch 75,8 Prozent waren. Bei der Verspätung um sechs Minuten ist der Wert von 92,9 in 2019 auf 96,1 Prozent in 2020 gestiegen. Die Pünktlichkeitswerte liegen somit deutlich über den Vorjahresergebnissen.