Regionalrat Frank Buß –
„Wir müssen für den Filderraum und Wendlingen kämpfen.“

Regionalrat Frank Buß, Freie Wähler, nahm die Information mit großem Bedauern zur Kenntnis. Man könne dennoch den Filderraum nicht im Regen stehen lassen, denn die dortige und die Verkehrsbelastung im Neckartal sei für Menschen und Wirtschaft unzumutbar. Die StuKiX-Variante könne keinen Ersatz darstellen, eröffne aber die große Chance einer Südumfahrung von Wendlingen zur Entlastung der von der S-Bahn beeinträchtigten Wohngebiete. Wörtlich sagte Buß:

„In früheren Zeiten verloren die Überbringer solch schlechter Nachrichten häufig das Leben. Tatsächlich sind die Ergebnisse der Studie mehr als enttäuschend. Man kann aber Wünsche nicht am Leben halten, wenn klar ist, dass sie keine Realiksierungschance haben. Aufgeben ist aber kein Weg, deshalb muss gemeinsam mit dem Land als Aufgabenträger die Regionalzuglösung nach Kirchheim mit einer möglichen Weiterführung über Bad Boll und Göppingen nach Schwäbisch Gmünd mit einer Südumfahrung von Wendlingen entschieden vorangetrieben werden.

Für die Verknüpfung von einem künftigen S-Bahn-Halt in Neuhausen ins Neckartal sehe ich einen Schnellbus über die Autobahn als naheliegende Ersatzlösung . Hier muss dann der Landkreis als möglicher Aufgabenträger mit ins Boot.“

 

Bearbeiteter Auszug aus der Pressemitteilung des VRS – die komplette Mitteilung können Sie hier nachlesen

Seit Jahren wird ein S-Bahn-Ringschluss des Filderraums mit dem Neckartal diskutiert, ihre Machbarkeit wurde geprüft und sie floss als Option in Planungen ein. Auch aus der Fraktion Freie Wähler kam immer wieder der Wunsch, zu untersuchen, ob eine direkte Verbindung eine Realisierungschance hat. Nun ist klar:  Ein solches Projekt scheitert definitiv an den Kosten. Es gibt lediglich eine Variante, die weiterverfolgt werden könnte – ein Stuttgart-Kirchheim-Express („StuKiX“) als Regionalbahn. Das ergab eine Wirtschaftlichkeitsstudie, die der Verband Region Stuttgart beim Verkehrswissenschaftlichen Institut Stuttgart GmbH (VWI) in Zusammenarbeit mit DB Engineering & Consulting beauftragt hat. Der VWI-Gutachter Stefan Tritschler stellte die Ergebnisse am Mittwoch im Verkehrsausschuss vor. Unter anderem legte er dar, dass die untersuchten Varianten mit einem herkömmlichen S-Bahn-Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiterverfolgt werden sollten.

Die „StuKiX“-Variante führt abwechselnd von Göppingen und Karlsruhe kommend mit zwei Fahrten pro Stunde und Richtung über den Stuttgarter Hauptbahnhof, durch den Fildertunnel zum Filderbahnhof, dort auf die Neubaustrecke und weiter via Wendlinger Südumfahrung über Ötlingen nach Kirchheim unter Teck. Neben einer besseren Anbindung des Raumes Kirchheim unter Teck mit deutlich kürzeren Fahrtzeiten auf die Fildern und zum Hauptbahnhof könnte die Verbindung zur Entlastung der S-Bahnlinie S1 beitragen. Eine Südumfahrung von Wendlingen müsste noch gebaut werden, darauf könnte dann ebenfalls die S-Bahn fahren. Für die „StuKiX“-Variante ergab sich ein Nutzen-Kosten-Faktor von 0,64. Erst ab einem Wert von eins ist ein Vorhaben wirtschaftlich und damit grundsätzlich förderfähig. Der Weg ist also noch weit.