Regionalrat Gerd Maisch: Fairtrade muss durch viele gesellschaftliche Gruppen unterstützt werden!

Gerd Maisch: Fairtrade ist gar nicht so schwierig, denn fair gehandelte Produkte gibt es heute nicht nur in Eine-Welt-Läden, sondern auch in den konventionellen Supermärkten. Und die Produkte sind kaum teurer. Daher –  Fairtrade kann auch mit einem überschaubaren persönlichen Aufwand unterstützt werden.

Bearbeiteter Auszug aus der Pressemitteilung des VRS – die komplette Mitteilung können Sie hier nachlesen

Die Regionalversammlung hat am in ihrer letzten Sitzung beschlossen, dass für die Region Stuttgart eine Zertifizierung als Fairtrade-Region angestrebt werden soll. Sie beteiligt sich dazu an der Kampagne des Vereins TransFair e.V. in Köln. Die weltweite Kampagne „Fairtrade-Towns“ und „Fairtrade-Regionen“ will dem Thema fairer Handel zu mehr Sichtbarkeit verhelfen. Es geht um die soziale Dimension der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Inzwischen gibt es über 2.000 Fairtrade-Kommunen in mehr als 36 Ländern. In Baden-Württemberg sind es bereits 99 Kommunen, davon 31 in der Region Stuttgart. Fünf weitere Städte und Gemeinden in der Region sind derzeit im Bewerbungsverfahren. Für eine Zertifizierung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Zertifizierung

Der Verband Region Stuttgart wird das Verfahren zur Zertifizierung als „Fairtrade-Region“ einleiten. Notwendig ist die Verwendung fair gehandelter Produkte seitens des Verbands selbst, aber auch von genügend Akteuren in der Region. Hierfür muss eine nach der Gesamteinwohnerzahl der Region festgelegte Zahl von Organisationen aus der Zivilgesellschaft Produkte aus fairem Handel verwenden. Dieses Kriterium ist für die Region bereits erfüllt. Zudem müssen ausreichend Einzelhandelsgeschäfte, Cafés und Restaurants mindestens zwei fair gehandelte Produkte anbieten. Nach heutigem Stand wird diese Voraussetzung dann erfüllt, wenn alle die in Bewerbung befindlichen Kommunen in der Region Stuttgart eine Zertifizierung erhalten haben. Darüber hinaus sollen Bildungsaktivitäten zum Thema „fairer Handel“ durchgeführt werden, ebenso ist eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit beispielsweise durch Fairtrade-Veranstaltungen vorgesehen.

Regionalrat Gerd Maisch vertritt für die Fraktion Freie Wähler die Auffassung, dass sich die verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen einbringen sollten, um zur Bewusstseinsbildung beizutragen.

Er führte aus: „„Fair trade“, viele haben das wahrscheinlich schon mal gehört, wissen, worum es geht und halten es wahrscheinlich auch für gut. Und „Fair trade“ ist mehr als bessere Preise für die Erzeuger in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Es geht auch um Sozial- und Umweltstandards.

Erfreulich ist, dass das Angebot an fair gehandelten Produkten vielfältig ist. Nicht nur unterschiedliche Lebensmittel, Obst, Schokolade und Kaffee, das Angebot geht weit darüber hinaus. Textilien und sogar Fußbälle gibt es fair gehandelt. Im Alltag denken viele aber nicht so sehr an fairen Handel, beim Einkaufen schaut man nicht immer, ob das „Fair trade“ Siegel  auf dem Produkt  auch drauf ist.

Und gerade deshalb ist es gut, wenn nicht nur viele Kommunen zertifiziert sind, sondern auch die Region. Denn um das Bewusstsein für den Fairen Handel zu stärken, braucht es viele Multiplikatoren. Ich selbst bin ja Oberbürgermeister einer Stadt, die bereits seit 2012 zertifiziert ist. Wir haben eine engagierte Gruppe von Mitbürger*innen, die in den Geschäften und der Gastronomie für das Thema werben.

Das wünsche ich mir auch für die Region, denn nur wenn sich die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen einbringen kommen wir voran. Hoffentlich gelingt es, weitere Schulen zu gewinnen, damit Kinder und Jugendliche schon früh dieses Bewusstsein bilden. Nicht nur das Bewusstsein für die Erzeuger in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Sondern auch das Bewusstsein, dass es uns verdammt gut geht. Das vergessen nämlich bei uns zu viele zu oft. Und Dinge zu Problemen machen, die keine sind. Deshalb kann fair trade nach außen und innen positiv wirken.

Wir unterstützen gerne, dass auch die Region zertifiziert wird und wünschen uns, dass das Verfahren schnell geht und viele dazu.“