Regionalrat Wilfried Wallbrecht: Der Bürgerentscheid am 26. September zum regionalen Gewerbeschwerpunkt „Hungerberg“ ist eine wichtige Weichenstellung. Er wird zeigen, ob in der Region Stuttgart die zur Bewältigung des Strukturwandels dringend benötigten neuen Arbeitsplätze entstehen können. Alle verantwortlichen Planungsträger bemühen sich um eine sorgfältige Güterabwägung zwischen Gewerbeentwicklung, Natur- und Landschaftsschutz und berechtigten Anliegen der Landwirtschaft.

 

 

Der Verband Region Stuttgart hat dazu die folgende Pressemitteilung herausgegeben:

Regionaler Ausgleich für regionale Eingriffe

Neuer Ansatz für die regionalplanerische Begleitung von Projekten mit Fokus Freiraumentwicklung im Planungsausschuss vorgestellt

Am 26. September zeigt sich beim Bürgerentscheid in Dettingen unter Teck, wie es um die Zukunft des potenziellen Gewerbegebietes am Hungerberg steht. Der Verband Region Stuttgart zeigt derweil in einer Konzeption exemplarisch auf, wie die regionalplanerische Begleitung zukünftiger Bau- und Infrastruktur-Projekte im Sinne der Freiraumentwicklung aussehen kann. Wenn Flächen zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes für Gewerbe und Industrie bebaut werden, entstehen zwangsläufig Nachteile für Natur und Landschaft. Um dieses Dilemma zu adressieren, wurde im Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart am Mittwoch nun der neue Ansatz „Regionaler Ausgleich für regionale Eingriffe“ vorgestellt, der veranschaulicht, wie Nachteile auch über die bestehenden gesetzlichen Anforderungen hinaus kompensiert werden könnten.

Am Beispiel des Dettinger Hungerbergs wurden zum einen ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der ökologischen Leistungsfähigkeit und Naherholungsqualität des Gebietes erarbeitet, als auch Anbindungsmöglichkeiten an den Öffentlichen Nahverkehr betrachtet. Die Maßnahmen folgen fünf Prinzipien: Das Landschaftsbild soll durch grüne Strukturen gestärkt werden, Zugänge zur freien Landschaft einladend gestaltet, umweltfreundliche Wegeverbindungen zwischen Arbeit, Stadt und Erholung geschaffen, Biotope zur Stärkung der Artenvielfalt miteinander verbunden sowie insgesamt gesunde Erholung in der Nachbarschaft ermöglicht werden. Planungsdirektor Thomas Kiwitt warb für die Verbindung von Bau- und Ausgleichsmaßnahmen: „Wo gebaut werden muss, müssen die Gemeinden ohnehin Geld in die Hand nehmen und die Eigentumsstrukturen verändern. Dabei bietet sich die Gelegenheit, Ausgleichsmaßnahmen direkt mitzudenken und vor allem auch umzusetzen.“ Neben Naherholung und Mobilitätskonzepten im Umweltverbund könne mit dem Thema „Industriekultur“ und durch die Einbindung der Zivilgesellschaft zudem die soziale Komponente der Nachhaltigkeitstrias gestärkt werden. Konkret wurden Visualisierungen möglicher Maßnahmen erstellt, die die Potenziale des Gebiets am Hungerberg illustrieren.