Die S-Bahn Stuttgart verkehrt ab Dezember 2021 auch an den Samstagen im 15-Minuten-Takt.

Diese Entscheidung hat der Verkehrsausschuss (VA) in seiner letzten Sitzung getroffen. Grundsätzlich ist diese Taktverbesserung ein erstrebenswertes Ziel. Angesichts coronabedingt halbierter Fahrgastzahlen läuft dieser Ansatz ins Leere. Der Sprecher der Fraktion, Verkehrsexperte Bernhard Maier, nimmt dazu wie folgt Stellung:

15-Minuten-Takt an Samstagen;„Schnelligkeit entbindet nicht vor Gründlichkeit“.

Seit Dezember 2020 fährt die S-Bahn montags bis  freitags zwischen 6 Uhr und 20.30 Uhr durchgehend im Viertelstundentakt. Erklärtes Ziel aller Fraktionen war es, auch an Samstagen einen Viertelstundentakt einzuführen. Auch unsere Fraktion hat das mitgetragen.

Mittlerweile aber hat Corona die Zahl der Fahrgäste besonders auch an den Wochenenden halbiert. Noch sind die Züge leer, die Benutzerzahlen von 2019 werden sich nur langsam wieder einstellen. Trotzdem soll nach dem Beschlussvorschlag der Verwaltung jetzt und sofort der Viertelstundentakt an Samstagen, ab Dezember 2021 zwischen 13 und 18 Uhr, eingeführt werden. Die Kosten dafür liegen bei 3,4 Millionen Euro. Sie müssen von den Kommunen komplett über die Umlage finanziert werden. Im Dezember 2022 soll zum Zielzustand übergegangen werden, von 8.30 Uhr bis 20.30 Uhr. Die Kosten dafür belaufen sich auf 6.9 Mio Euro.

Wir haben in der Sitzung des VA die Eile kritisiert, für die es jetzt keine nachvollziehbaren Gründe gibt.

Meine Auffassung dazu: „Schnelligkeit entbindet nicht vor Gründlichkeit“.

So soll das Ganze in großer Eile und ohne Information der Landkreise durchgezogen werden. Von denen erwartet man nicht nur die Bezahlung der Rechnung , sondern auch die Andienung durch die Busverkehre. Das ist ein grobes Foul gegenüber unseren Partnern.  Auch fehlt noch die Bestätigung der DB Netz über die Fahrbarkeit der Strecken und die Rekrutierung des notwendigen Personals.

Letztlich muss man auch die Zahl der Fahrgäste bedenken. Aus einer halbleeren S-Bahn machen wir zwei dreiviertelleere und lassen uns das auch noch 3,4 Mio kosten! Angesichts der Haushaltssituation der Kreise, gibt es sicher noch dringendere Aufgaben zu bewältigen, als bei der S-Bahn am derzeitigen Bedarf vorbei zu planen.

Unser Vorschlag, das Ganze aus diesen Gründen auf Dezember 2022 zu verschieben und dann erneut den Bedarf zu prüfen, fand keine Mehrheit. Der Verwaltungsvorschlag wurde beschlossen. Immerhin wurde unser Antrag (mehrheitlich und widerwillig)) angenommen, die Landkreise über die Auswirkungen auf die Verkehrsumlage und die Andienung mit den Busverkehren anzuhören.

Der Verband hat zu dem Thema eine Pressemitteilung herausgegeben, die Sie hier herunterladen können.